Sonderausstellung 2007

gewohnt

Möbel in der Sammlung Dr. Edmund Müller

Konzept: Sibylle Burckhardt, Basel; Marcel Renggli, Hergiswil
Gestaltung: Viktor Stampfli, Winikon

Wohnen spielte in Beromünster eine wichtige Rolle. Im Chorherrenstift residierten in der Barockzeit vornehme Patriziersöhne der Stadt Luzern. Sie statteten ihre Wohnsitze rings um die Kirche standesgemäss mit reichem Mobiliar, Gemälden, Öfen und kostbarem Hausrat aus. Diese potenten geistlichen Auftraggeber begünstigten ein vielfältiges lokales Handwerk in Beromünster. Neben vielen anderen sind hier für das 17. und 18. Jahrhundert die Namen von 45 Tischmachern (Schreinern) bekannt.
Wohnen, bürgerliche Wohnkultur ist auch ein zentrales Thema im Haus zum Dolder, was gut spürbar wird beim Gang durch die von der ehemaligen Arztfamilie Müller-Dolder mit kostbaren alten Möbeln stilvoll eingerichteten Stuben und Schlafzimmer.

Die Sonderausstellung im Dolderkeller zeigt eine Auswahl dieser Möbel im Dolderhaus, ergänzt mit wenigen Leihgaben. Im Mittelpunkt stehen die Aufsatzmöbel des 18. Jahrhunderts, besonders die prunkvolle Kopp'sche Aufsatzkommode, die mit dem mehrfach geschweiften Korpus und dem genial konstruierten Innenausbau zweifellos zu den bedeutendsten Möbeln dieser Zeit im Raum Luzern gehört. Daneben erfährt man viel Wissenswertes zum Handwerk der Tischmacher im 17. und 18. Jahrhundert. Die Ausstellung möchte so einen Beitrag leisten zur Erforschung der Luzerner und Innerschweizer Möbelkunst.

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Aufsatzkommode Kopp mit reichen Intarsien und geschnitztem Kranz
datiert 1777
Aufsatzkommode Kopp, datiert 1777
Detail des geschnitzten Kranzes
Aufsatzschreibkommode mit intarsierten Jagdmotiven
um 1740
Aufsatzschreibkommode, Tabernakeltürchen mit Jägerfigur
um 1740
Aufsatzschreibkommode
Kommodenteil mit herausziehbarem Stuhl, florale und figürliche Intarsien
1730-1740
Aufsatzkommode
Gerade Form mit abgeschrägten Ecken, auf einer Schublade links signiert: «CWJH»
um 1780
Kommode mit geometrischen Ornamenten
Louis XVI
Renaissance-Truhe mit hohem Sockelgeschoss
datiert 1656
Renaissance-Truhe mit Wappen und Inschrift Hans Rudolf von Hallwyl und Anna Maria von Ulm und Datum 1642
Kabinettschrank, intarsierte Blumenmotive, im Innern 14 Schubladen und einige Geheimfächer.
1. Hälfte 18. Jh.
Apothekerschrank mit dem Wappen des Zacharias Bletz und seiner ersten Frau Margret Wirz und Jahrzahl 1533 (Datum der Verehelichung)
Schragentisch
Auszugstisch, Tischblatt mit intarsiertem Essbesteck und Blumenmotiven, in den Ecken Schiefereinlagen.
1. Viertel 18. Jh.
Klappspieltisch
Reich intarsiert: Spielkarten, Feder, Schere, Federmesser, Musikinstrumente, geflügelter Engelskopf. In die Oberfläche eingelassenes Fach.
1. Hälfte 18. Jh.
Leuchtertischchen (Dirlidum),
Gedrechselter, hoher Spiralschaft auf runder Standfussplatte.
um 1720
Lesepult
2. Hälfte 18. Jh.
Bett
Kopf- und Fussbrett mit geschnitztem Abschluss und intarsierten Jagdszenen.
Stammt aus dem Pfarrhaus von Ettiswil.
um 1730/40