Sonderausstellung 2003

krank – was nun?

Heilpraktiken im alten Luzern

Wissenschaftliche Erarbeitung und Konzept der Ausstellung: Dr.med. Dr.phil. Hubert Steinke, Bern
Gestaltung: Viktor Stampfli, Winikon

Wer krank ist, geht zum Arzt. Diese heute so selbstverständliche Praxis war vor der Mitte des 19. Jahrhunderts eher die Ausnahme als die Regel. Auf dem Heilmarkt stellten die studierten Äzte nur eine kleine Minderheit. Rund zehn mal so gross war die Zahl der behördlich anerkannten Wundärzte, Bader, Hebammen und Apotheker. Und daneben boten viele ungeprüfte Kräuterweiber und Heiler verschiedenster Couleur ihre Waren und Dienste an. Zudem holte sich der Patient oft Rat aus gedruckten und handschriftlichen Hausarzneibüchern.

Die Ausstellung zeigte anhand von medizinischen Ratgebern sowie anderen Quellen und Objekten aus dem Dolderhaus, welche Therapiemöglichkeiten einem Patienten zur Verfügung standen und wie er sich behandelte oder behandeln liess. Insbesondere fragte sie, ob die sogenannte «Volksmedizin» wirklich so verschieden von der Schulmedizin war, wie dies die Ärzte behaupteten. Dabei wurden auch die religiös-magischen Praktiken beleuchtet.

Ausserdem wurde die Praxis des Stifters der Sammlung, Dr. Edmund Müller (1898-1976), in das Spannungsfeld zwischen Schulmedizin und alternativen Heilmethoden gestellt und die heutige Situation in den Blick genommen.

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Sprechzimmer von Dr. Edmund Müller im Haus zum Dolder Der Langnauer Wunderdoktor Michel Schüppach (1707-1781) bei der Harnschau
Langnauer Keramik, Ende 18. Jh.
Mikroskop auf Holzgestell
18. Jh.
Geburtszimmer aus Jacob Rueffs Schön lustig Trostbüchle von den empfengknussen und geburten
1569
Reiseapotheke aus dem Besitz des Abtes von Muri
18. Jh.
Aderlassmännchen aus Antonio Novarinis Chirurgia Curiosa
1682
Säuglingsskelett aus dem Besitz des Arztes Anton Hofstetter Jacob Hieronymus Brand, Land- und Bauren-Doctor
Frankfurt und Leipzig, 1753
Porträt von Anton Hofstetter, Arzt in Beromünster von 1828 bis 1851
Ölgemälde von Josef Lieb (1811-1871)
Buchstabenformel zum Schutz vor der Pest
Räucherpfännchen zum Reinigen der «verpesteten» Luft
Ende 17. Jh.
Klistierspritze
Zinn mit Holzgriff