Wie sollte komplementäres Denken in der Komplementärmedizin aussehen?
Dr.med. Jürg Hess, Baar
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«Aus tiefem Leid kann grosses Mitgefühl wachsen, grosses Mitgefühl schafft ein friedvolles Herz. Ein friedvolles Herz schafft eine friedvolle Liebe».
Maha Ghovananda
Als ich mich vor 28 Jahren als Assistenzarzt nach einer 5-jährigen somatischen Ausbildung an einem grösseren Landspital einer zusätzlichen längeren Psychiatrie-Ausbildung zuwandte, war mir klar geworden, wie mich diese Jahre ernüchtert hatten und mein überspanntes Erwartungsbild aus dem Studium von den Heilmöglichkeiten der Medizin beeinflusst hatten. Auch die mehr als 2 Jahre dauernde Psychiatrieausbildung vermochte den Eindruck nicht verwischen, dass meist nicht mehr als ein Wiedererlangen der privaten wie auch wirtschaftlichen Funktionalität des Patienten im Vordergrund stand und sich niemand – weder Arzt noch Patient – für die tieferen, hinter dem Kranksein verborgenen Zusammenhänge interessierte.
Dies war für mich Anlass, mich von meinem Frust motivieren zu lassen und mich auf die Suche nach erweiternden Sichtweisen, Philosophien und Methoden zu machen. Ich eignete mir ein umfassendes Wissen in Akupunktur, Homöopathie, anderen biologischen Informationstherapien und Quantenphysik wie auch Chaostheorie an – also der sogenannten Komplementärmedizin – ohne mir damals wirklich bewusst zu sein, was für tiefe Verständnisschätze aber auch –verwirrungen in diesem Begriff versteckt waren und sind. Erst als ich durch intensives Studium der östlichen Weisheitslehren, die absolut kongruent sind zum quantenphysikalischen Denken, zu einer anderen Sichtweise des Menschen stiess, wurde mir der tiefere Sinn des Komplementären in unserem Leben klar. Diese Sichtweise ist systemorientiert und beschreibt den Menschen als eingebunden in das Universale und ein nicht-mechanistisches, übergeordnetes Geführtsein. In diesem Sinne möchte ich nun über das Komplementäre in unserem Leben etwas laut denken.
Die Tatsache, dass ich als Mensch in einem Raum-Zeit-Kontinuum lebe, legt mir viele Begrenzungen auf. (Quantenphysikalisch heisst das, ich habe durch mein So-Sein sehr viele mögliche Möglichkeiten von Freiheitsgraden verloren, mich zu manifestieren). Diese Begrenzungen bestehen einerseits durch meine Körperlichkeit als teilweise gegeben, andererseits durch meinen Geist (Denken) zum grössten Teil gemacht und erworben.
Mein Körper hat – da als universales Naturereignis geplant – die Möglichkeit, polar zu reagieren. Was heisst das nun?
In der Quantenphysik – der heute geltenden Grundlage allen Seins – heisst es, dass alle Teilchen einen spiegelbildlichen Gegenpol haben. Einstein fand heraus, dass durch die Beeinflussung des einen Teilchens sein Gegenpol ebenfalls seinen Zustand veränderte – und zwar ohne selbst direkt dieser Beeinflussung ausgesetzt worden zu sein. John Bell wies nach, dass dieses Gesetz nicht nur für subatomare Teilchen gilt, sondern auch ganz generell für unsere Erde und das ganze Universum. Diese gleichzeitige Beeinflussung ist logisch nicht erklärbar und akausal. Damit wird das Prinzip der Kausalität widerlegt oder zumindest zu einem Erklärungsmodell degradiert, welches höchstens eine Annäherung an die Wirklichkeit erlaubt.
Leider kommen wir aber ganz ohne Kausalität nicht aus, weil unser Denken bis in die Sprache kausal geprägt ist. Es gibt allerdings keinen Grund, an der beschränkenden Form des Kausalitätsdenkens (= Monokausalität) der wissenschaftlichen Systeme festzuhalten. Wir können Kausalität als die beste Annäherung an das «synchron geschehende» Universum verstehen, und damit wenigstens zulassen, dass alles immer plurikausal und damit unbegrenzt und unsicher ist. Dies hat auch für das medizinische Denken weitreichende Konsequenzen: wie z.B. die Erregertheorie, Placebotheorie usw. Wie wir also gesehen haben, herrscht in der Natur das Prinzip der Polarität, d.h. das es immer zwei Pole gleichzeitig gibt: wenn es ein Innen gibt, gibt es auch ein Aussen; wenn es Expansion gibt, dann gibt es auch Kontraktion; wenn es Entzündung gibt, dann auch Degeneration (Erstarrung) usw.
Nun werden Sie sagen, das ist doch nichts Besonderes. Ist es auch nicht, nur nimmt es niemand wahr, und niemand lebt nach diesem, unsere ganze Welt durchdringenden Prinzip. Und dann ist da noch eins zu berücksichtigen: alles geschieht gleichzeitig – und nicht linear. In einem System ist es so, dass wenn sich der eine Pol manifestiert, sich gleichzeitig der andere automatisch mit manifestiert und definiert ist: kein Nordpol ohne Südpol, kein Tag ohne Nacht, keine Freude ohne Trauer, keine Entzündung ohne Erstarrung, kein Kranksein ohne den Ansatz des Gesundwerdens.
Nun gibt es ein riesengrosses Problem: unser Denken. Das ist nämlich nicht polar, sondern kausal-linear, d.h. dual. Wir alle haben ein differenzierendes, analytisches Entweder-Oder-Denken in uns. Entweder ist es so oder so, aber nicht beides gleichzeitig; gesund oder krank, heiss oder kalt, hell oder dunkel. Dieses Denken verleitet uns, immer nur eine Seite des Polaren wahrzunehmen, nämlich den Pol, der sich in den Vordergrund drängt, die andere Seite dagegen sublimiert, verdrängt und vernachlässigt. Wenn ich also eine Grippe habe, so stehen alle unangenehmen Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Müdigkeit im Vordergrund meiner Wahrnehmung – aber das polare Element, der andere Pol, das Ruhe-Suchende, das Schlafen-Wollen, der Rückzug, das Sich-Gehen-Lassen wird verdrängt und nicht zugelassen. Und das, weil unser Denken wertend dual ist und nur das eine favorisiert. Es ahnt zwar den anderen Pol, will ihn aber gar nicht wahrhaben – aus völlig gestörten, zivilisatorisch geprägten Ansichtsmustern heraus.
Das polare Prinzip (Sowohl-Als-Auch) existiert überall und universal, und so ist die Annahme berechtigt, dass es auch für den Menschen Gültigkeit hat. Daraus folgt, dass in einem sich selbst organisierenden System, wie unser Körper es ist, Krankheit nur einen momentan veränderten, polaren Zustand darstellt. Lösen liesse sich dieser Zustand durch das Auffinden der Spiegelbildpolarität Gesundheit. Hahnemann hat vor 250 Jahren die Homöopathie begründet und in ihr die Miasmenlehre formuliert. Dort geht er davon aus, dass es in der Menschheitsentwicklung so etwas wie eine Urkrankheit (= PSORA) gibt, aus der sich dann sukzessive über unendlich viele Generationen alle möglichen Krankheitsbilder entwickelt haben. PSORA hat die Bedeutung von Mangeln, von dem, was fehlt. Das, was uns fehlt, damit wir heil (ganz) sein können, das ist das, was uns krank macht (Spiegelbildgesetz).
Quantenphysikalisch umgedeutet kann man sagen, dass das ganzheitliche System Mensch die Möglichkeit des Mangels, des Fehlens durch Verlieren des Zusammenhanges in sich trägt oder durch mentales Abspalten von seiner Lebensentwicklung gewisse Schattenseiten entwickelt hat. Dieser Mangel (z.B. an Liebe, Geborgenheit, Anerkennung, Ruhe, sinnreiches Gestalten) führt dann durch das polare Wirkprinzip zum Bewusstsein des Fehlens: dieses Bewusstsein wirkt zunächst als krankmachendes Prinzip und führt dann über kurz oder lang auch zur körperlichen Krankheit. Sie ist dann die nicht mehr zu übersehende Manifestation eines Mangels in unserem System – der Hinweis, dass uns momentan zum Ganz- oder Heilsein etwas fehlt.
Damit hätten wir also die Aufforderung an das Arzt – Patienten – Gespann, sich auf die Suche nach dem Komplementären zu machen. Komplementär heisst nämlich auffüllend, ganzmachend. Somit wäre die Komplementärmedizin diejenige, die aufgefordert wäre, das aus der inneren Ganzheit jedes individuellen Menschseins Gefallene oder Fehlende zu suchen, bewusst zu machen und neu einzuordnen. Das ist eine sehr schwierige Aufgabe, da nur der Patient zutiefst innen wissen kann, was ihm zu seinem Ganzsein fehlt und der Arzt ihm höchstens Hinweise geben kann, wie er die dunklen Räume seiner Schattenseiten eventuell erhellen könnte. Nie aber kann der Arzt wissen, was für den Patienten richtig im Sinne einer Richtungsweisung und damit heilbringend sein wird.
Unser dualistisch und wertstrukturierendes Denken in linearen Ursache-Wirkungs-Abhängigkeiten ist wahrscheinlich der grösste Widersacher dabei, einen leichten Zugang zum richtungweisenden und heilbringenden Weg zu finden. Zu starr sind die einengenden musterhaften Einschränkungen in unserem Geiste, die andere Möglichkeiten nicht zulassen mögen, um sämtliche Sowohl-Als-Auch-Systeme zu prüfen, bis wir das für uns Heilbringende gefunden haben. Wir glauben immer wieder, dass wir die Zeit und den Raum (die Möglichkeit) nicht dazu hätten. Missachten wir aber diese Gesetze, die sich im Kranksein als Möglichkeit des Richtungswechsels aufzeigen, drohen wir über kurz oder lang in chronisches Kranksein abzugleiten. Somit ist in jedem Kranksein – und sei es noch so banal – die Aufforderung enthalten, das momentan Komplementäre – nämlich das gesundmachende Prinzip in den eigenen Regelkreissystemen zu finden, welches das Kranksein nicht mehr nötig machen und damit auflösen könnte.
Vielleicht ist dies eine der eklatantesten Verschiedenheiten der Ansätze zwischen Schul- und Komplementärmedizin: Die Schulmedizin richtet sich in der Hauptsache gegen etwas – nämlich gegen die Krankheit – und strebt deren aktive Beseitigung an. Sie stellt sich so oft als Medizin des Kampfes gegen etwas dar: gegen Viren, gegen Bakterien, gegen Cholesterin, gegen Zucker usw. Sie kämpft einen Kampf gegen einen Feind. Und dieser Feind aber wurde von einem System erschaffen und erhalten, welches ihn nicht als das definiert hat, sondern als Mahner, als Warner, als Zeichen der besonderen Aufmerksamkeit einer drohenden Gefahr für das System selbst. So gesehen könnte dieser medizinische Kampf sogar systemschädigend sein, weil dabei nun eine wichtige Warnanlage beseitigt wird.
Die Komplementärmedizin versucht einen etwas anderen Weg. Hier ist das Anliegen nicht, einen Kampf gegen einen vermeintlich aufgetauchten Feind zu führen (innerhalb oder ausserhalb des Systems), sondern das, was fehlt – und dadurch eben ein Pol zu gross, zu stark werden konnte – zu entdecken, zu stärken und so das System wieder in ein neues Gleichgewicht zu bringen (Homöopathie: Information, die dem System fehlt; Akupunktur: Energieausgleich, der fehlt).
Kämpfe finden auf unserem Planeten immer statt gegen das zu Verdrängende, gegen die Schattenseiten, gegen das als das Böse definierte, schlicht gegen das, was nicht durch gleichgewichtende Integration besänftigt werden konnte. Deshalb ist das Resultat jedes Kampfes – ob in Politik, Gesellschaft, Religion oder in unserem körperlichen Menschsein – der Beginn des nächsten weiterführenden Ungleichgewichts. Man mag solche Kämpfe gewinnen, doch sind das oft nur Pyrrhussiege, die auf Dauer lediglich eine Scheinbeseitigung bringen, bis am gleichen oder einem anderen Ort ein erneuter Problemherd entbrennt.
Komplementäres Denken – und damit auch die Komplementärmedizin – müsste also vor allem ein Ziel haben: nämlich ein System in seinen regelnden Wechselwirkungsmechanismen so weit von einengenden Mustern (des Denkens) zu befreien, dass ein stetiger, zeitlich aber nicht linear verlaufen müssender Prozess der Integration von neu zu eröffnenden Möglichkeiten des Versuchens und Loslassens zugelassen werden kann. Dies ist – wie uns die Chaostheorie in verschiedensten Wissenschaftszweigen (Mathematik, Physik, Biologie) gelehrt hat – nur über zwischenzeitlich ablaufende «Auflöseprozesse» (=Chaospunkte) von Teilen des Systems möglich. Bei uns Menschen zeigt sich das als Kranksein, von der Grippe bis zum Herzinfarkt, von der Pneumonie bis zur Diskushernie. Immer bedeutet Kranksein, das ein immanenter Systemfehler vorhanden ist, der sich selbst-regulativ korrigieren kann, wenn man innehält und dieselbe Sprache spricht wie das System, oder der eventuell ein unterstützendes Handeln fordert.
Handlungsfähig werden wir mittels Methoden – sowohl Schulmedizin wie auch Komplementärmedizin. Welche Methode wir einsetzen wollen oder sollen, entscheiden wir aus unserer Sicht des Menschen heraus. Ist der Mensch ein Produkt aus handlungs- und funktionsfähiger Aktivität und sich selbst bestimmenden Lebenslauf – oder ist er ein adaptives, sich selbst optimierendes Wesen, das in gewissen, letztlich nicht von ihm selbst gesetzten Grenzen sein eigenes Sein entfalten soll? Das ist ein wichtiger Punkt. Denn es geht hier um die Frage, ob wir die nicht durchschaubare Komplexität unseres Seins und dessen Unvorhersehbarkeit akzeptieren, oder ob wir nach zu stark vereinfachten Ursache-Wirkungs-Prinzipien urteilend unser Leben in ein zielorientiertes Handlungskonzept zwängen.
Dies ist, meiner Ansicht nach auch ein gewisses Problem in der Komplementärmedizin. Auch hier haben wir Methoden (Homöopathie, Akupunktur usw.), die zu oft einfach nur linear gehandhabt werden, um den Patienten beschwerdefrei zu machen anstatt das betroffene System Mensch in seinem Sein weiter so voran zu bringen, wie es zu erkennen wäre in der verborgenen Philosophie hinter der Krankheit. Hier sehe ich die grösste Möglichkeit der Schnitt- und Berührungsstelle zwischen Schul- und Komplementärmedizin. Während es klar das Bestreben der Schulmedizin ist, die Beschwerde- und Schmerzfreiheit des Menschen zu erlangen – und die Schulmedizin hat nie einen anderen Anspruch an sich gestellt – so müsste es sich eigentlich die komplementäre (die zur Ganzheit erfüllende) Medizin zum Ziel machen, dem Menschen dabei zu helfen, sein inneres, tieferes, ureigenes, von Mustern möglichst freies Wesen zu erkennen und zu entwickeln. Ich bin mir bewusst, dass dies ein sehr hoch gestecktes und auch fernes Ziel ist, aber ich denke, es ist das einzige, was wir Menschen überhaupt als Attraktor und ständiges Movens postulieren können, wenn wir dem Korrekturfaktor Krankheit nicht ständig in die Falle tappen wollen. Das Ziel heisst also: nichts zu unterdrücken, sondern den Menschen als System zu befähigen, weiter zu kommen.
Abschliessend möchte ich noch auf unser grösstes Hindernis eingehen, das immer wieder zu Miss- oder Unverständnis zwischen Schul- und Komplementärmedizin führt. Es sind die zwei eher divergierenden Arten des Denkens, die die Vertreter beider Lager oft so weit voneinander entfernt sein lässt: das kausal-analytische Denken der Schulmedizin und das analog-synthetische Denken der Komplementärmedizin. Leider bildet man sich in beiden 'Lagern' zu viel auf die Überbewertung des einen wie des anderen ein, und dabei wird häufig vergessen, dass in unseren Hirnen (und auch Herzen) doch beides gleichwertig nebeneinander existiert.
In unserer westlichen Kultur hat allerdings seit Decartes das linkshirning gesteuerte analytische Denken überhand genommen. Welches sind nun die herausragenden Merkmale und Unterschiede?
Analytisches Denken
- differenzierendes, teilendes, in Einzelteile zerstückelndes Denken (-> Verlust der Sicht auf das Ganze – «die Summe der Teile ist nicht das Ganze»).
- Lineares Ursache – Wirkungs – Denken (quantenphysikalisch nicht akzeptable Vereinfachung der Wirklichkeit)
- Unterscheidung = Wertung, die eine Interpretation erzwingt; Gefahr der Überbewertung der Subjektivität.
- Wertendes Denken -> urteilendes Denken = reduzierendes Denken
- Denken, das zum Handeln hinführt oder es sogar erzwingt.
Analog-synthetisches Denken
- Ähnlichkeiten, Entsprechungen suchend (Form, Inhalt, Funktion), nicht das Gleiche
- Erweiterndes Denken, da Vertrautes mit Neuem zusammen geführt wird im Hinblick auf das Ganze
- Nicht wertendes Denken; es ist so, wie es ist, weil es sich so zeigt, wie es sich zeigt. Es ergänzt Seiendes, ohne eine bestimmte Zielrichtung zu verfolgen; der Prozess kann Schritt für Schritt ablaufen, wie und wohin er will und soll.
- Denken, das zum Sein führt, da das Sein wertfrei, ungerichtet, aus sich heraus so ist, wie es ist.
Beide Arten des Denkens führen in uns und überall zu Wirkungen, zu Wechselwirkungen. Die einen sind interessant und machen neugierig, die anderen führen zur Befriedung und zur Ruhe. Beides darf sein und soll sein, solange wir uns darüber klar sind, dass es in einem System nur Wechselwirkungen zwischen allen möglichen Möglichkeiten gibt – keine Haupt- und keine Nebenwirkungen. Es ist an uns, dieser Komplexität in allem komplementär, das heisst, ergänzungswillig und akzeptierend zuzustimmen, denn im System Mensch gibt es schlussendlich keine vorhersehbaren und steuerbaren Regelkreise – oder man verschliesst sich dieser unüberschaubaren Komplexität gänzlich.
Dann aber laufen wir auch Gefahr, das Leben schlechthin abzulehnen und uns seinen Korrigenzien hilflos auszuliefern.
Die ersten 10 Jahre meiner Praxistätigkeit hörte ich in meiner Doppelfunktion als Schul- und Komplementärmediziner immer wieder von vielen Kollegen: «Man kann doch nicht beides gleichzeitig machen: Schul- und Komplementärmedizin! Du musst dich für den einen oder den anderen Weg entscheiden!» Hartnäckig, wie ich bin, habe ich aber auch dieses in meinem Leben ausprobiert. Nach nunmehr 28 Jahren Praxistätigkeit als Schul- und Komplementärmediziner kann ich Ihnen heute sagen: «Man kann! Sowohl als auch!» Das ist das einzige Prinzip, das uns aus der Enge des Entweder-Oder heraus führt, frei macht und weiterbringt.
«Wir lernen der Tatsache zu vertrauen, dass wir den Boden nicht absichern müssen. Wir lernen, in unseren wesentlichen Reichtum zu vertrauen: dass wir es uns leisten können, offen zu sein!».
Chögyam Trungpa

